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Wenn das Herz wieder schlägt

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Wie ist das eigentlich, nach acht Jahren psychiatrischer Pflege wieder in einen Fachbereich zu wechseln, in dem es um körperliche Erkrankungen geht? Genauer gesagt um die Pflege von Patienten mit Erkrankungen des Herzens? In den fünf Monaten, die ich auf meinen Studienplatz im Fach Berufspädagogik für Pflege und Gesundheit warten musste, hatte ich Zeit, das auszuprobieren.

Respekt vor der neuen Aufgabe

Mit großem Respekt sah ich dieser Herausforderung entgegen. Während meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin gab es bei uns im Haus keine kardiologische Station. Natürlich gab es auch damals Patienten mit Herzerkrankungen. Diese wurden zu der Zeit allerdings auf internistischen Stationen oder bei entsprechender Schwere auf Intensivstationen versorgt.

Intermediate Care – fast wie auf der Intensivstation

Inzwischen gibt es seit einigen Jahren auch in der Asklepios Klinik Nord eine kardiologische Fachabteilung mit drei Stationen. Auf der IMC-Station sollte ich meinen neuen Einsatzbereich finden. IMC steht für Intermediate Care: Eine Schnittstellenstation zwischen intensivmedizinischer und allgemeiner Versorgung. Eine bestimmte Anzahl an Patienten kann besonders überwacht werden, jedoch nicht so engmaschig wie auf einer Intensivstation.

Wechsel der Sichtweise

Für meine pflegerische Arbeit bedeutete das, einen Teil der Patienten unter permanenter Monitorüberwachung zu versorgen. Das war ganz neu für mich. Wie ist es um mein Fachwissen bestellt und wie werde ich mit den Monitoren zurecht kommen?, fragte ich mich. Einerseits geben die Monitore Sicherheit, weil Verschlechterungen des Patienten über akustische Signale im Dienstzimmer Alarm auslösen. Andererseits bedeutet die Notwendigkeit der Monitorüberwachung aber auch, dass die Patienten schwer krank sind.

Was die Maschinen messen

Wie genau funktioniert die Monitorüberwachung? Allgemein lässt sich sagen, dass über verschiedene Sensoren die Vitalzeichen eines Menschen permanent gemessen und aufgezeichnet werden. Auf unserer Station gehören zu den üblichen Werten:
Herzfrequenz (Wie oft schlägt das Herz?),
Rhythmus (Wie un-/gleichmäßig schlägt das Herz?),
Blutdruck (Mit welcher Kraft fließt das Blut durch die Blutgefäße?) und
Sauerstoffsättigung (Wie viel Prozent des bestmöglichen Sauerstoffgehaltes im Blut sind vorhanden?)

Das Besondere bei der Pflege in der Kardiologie?

Jetzt habe ich viel über die Monitorüberwachung geschrieben. Dahinter steht aber immer der Mensch. Die Pflege richtet sich immer nach seinen Bedürfnissen. In der kardiologischen Pflege ist der Bedarf durch die vorhandenen Grunderkrankungen und auch durch erfolgte Untersuchungen und Eingriffe hoch. Neben Atemnot durch den Blutrückstau in die Lunge, weil das Herz nicht mehr gut funktioniert oder „Herzklopfen“, weil das Herz zu schnell, stark oder unregelmäßig schlägt, ist die Angst der Patienten am belastendsten. Immerhin geht es um das Organ, dessen Funktionieren elementar für das Leben ist.

Was bleibt in Erinnerung?

So ergibt sich ein vielfältiger Tätigkeitsbereich: High-Tech-Medizin und der Mensch im Kontrast. Der direkte Kontakt mit den Patienten fiel mir leicht. Der Umgang mit den Medikamenten und Geräten blieb die ganze Zeit über eine große Herausforderung für mich. Geblieben ist die Bewunderung für ein Team, das unter einer enormen Arbeitsbelastung steht und es trotzdem geschafft hat, mir als Anfängerin das Gefühl zu geben willkommen zu sein. Und das, obwohl ich mit Sicherheit mehr als einmal ein Klotz am Bein war.

Foto: Fotolia / sudok1

Katharina Voß

(Jahrgang 1983) ist Unterrichtsassistentin im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Asklepios Kliniken Hamburg. Sie lebt mit ihrem Sohn in Hamburg. Katharinas Leidenschaft ist das Laufen, mehrmals pro Woche trainiert sie. Katharina tritt auch bei Amateurwettkämpfen an, unter anderem beim B2Run, dem Asklepios Firmenlauf. Beim Laufen kann Katharina die Anstrengungen der Arbeit hinter sich lassen und abschalten. Mit ihrem Sohn hat sie das Skifahren für sich entdeckt. Die Abfahrten im Salzburger Land in Österreich begeistern Mutter und Sohn so sehr, dass sie jedes Jahr wiederkommen. Die gemeinsamen Skiferien im März haben einen festen Platz in der Urlaubsplanung.


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